Der Wille des Sklaven
Gefesselt Band 1
~Erotik, Dark Romance~
Leseprobe
Triggerwarnung!
Dieses Buch wird dich in die dunkelsten Abgründe des menschlichen Seins entführen und dabei die ungeschönte Wahrheit von Menschenhandel, die Folgen von Krieg, Versklavung, Gewalt und sexuellen Übergriffe schildern, aber auch aufzeigen, wie stark ein einziger Mensch sich und seine ganze Umgebung verändern kann.
1. Kapitel
~Ein neues Spielzeug~
Die ganze Fahrt über malt sich Leon aus, wie sein neues Spielzeug sein soll. Auf jeden Fall blonde Haare und blaue Augen, so einer fehlt ihm noch in seiner Sammlung. Sein Körper muss robust sein, er wird Muskeln brauchen, die die Wucht von Schlägen abfedern können. Jung muss er sein, nicht älter als 25 Jahre. Doch noch viel wichtiger als der Körper muss sein Charakter stimmen. Nicht so wie sein Letzter. Leon macht einen abfälligen Schmatzer.
Sein neuer Saphir muss sich wehren können und wollen. Unterwürfige Sklaven hatte er bereits genug.
Gedankenverloren dreht Leon den goldenen Siegelring an seinem Finger. Er fährt über den Löwen, das Wappentier seiner Familie.
Seine Familie, auch so ein Übel. Sie ist nur hilfreich für den Reichtum, mit dem er sich seinen Lebensstil und sein Hobby finanziert. Schnell schüttelt er sich den Gedanken an Frau und Kinder, Vater und Mutter aus dem Kopf. Jetzt ist er kein Sohn aus reichem Hause mehr. Heute ist er ein Kunde wie jeder andere, und da seine Frau denkt, er sei auf einer Fortbildung, steht dem Auspacken und Einweihen seiner neuen Errungenschaft nichts mehr im Wege. Vorfreude steigt in ihm auf.
Endlich, das große Backsteingebäude mit den verriegelten Fenstern und dem dampfenden Schornstein taucht am Ende der Straße auf. Der Besitzer steht bereits vor dem Laden und betrachtet seinen Arm.
Leon schüttelt seine Hand, der Chip seiner Smarttex, der unter seiner Haut verpflanzt ist, legt ein Hologramm auf sein Handgelenk, Uhrzeit und Datum werden angezeigt: 20:30 Uhr, 18.09.2051. Er ist tatsächlich spät dran. Die letzte Operation war deutlich komplizierter als gedacht, er ist viel zu lange im OP aufgehalten worden.
Diamant parkt den Wagen direkt vor dem Eingang. Er steigt aus und kommt um die Limousine herumgelaufen. Während sein Sklave die Tür für ihn öffnet, zupft Leon seine Krawatte zurecht, dann steigt er aus und hält geradewegs auf den Sklavenhändler zu. Noch bevor er ihn erreicht, hebt er die Hand zur Begrüßung.
Senkus Gesicht ziert ein freudiges Lächeln, über die Verspätung verliert er kein Wort. Beide Männer schlagen ein, sie umarmen sich. „Komm herein, mein Freund und lass mich wissen, wie ich dir helfen kann!“, begrüßt der Händler ihn und legt seinen Arm über Leons Schulter. Mit sachtem Druck schiebt er ihn in Richtung Eingangstür.
Ein würziger Geruch steigt Leon in die Nase. Immer wenn er ihn riecht, bekommt er gute Laune, dann fühlt er sich wie ein Kind zu Weihnachten. Jeden Winkel dieses Hauses kennt er bereits auswendig. So schweift sein Blick nur kurz über die halbrunden Lederbänke, die jede um einen Tisch angeordnet sind. Er ist heute der einzige Gast, Senku hat nur für ihn geöffnet, denn eigentlich ist Montag sein Ruhetag. So stehen auch nur zwei Frauen in kurzer Dienstmädchenkleidung rechts und links der Bar um sie beide mit Getränken und Speisen zu versorgen.
Senku bugsiert ihn zu einem der Tische, auf dem bereits zwei Hopfen stehen. Die schimmernden Wasserperlen auf den Gläsern verraten, dass sie eisgekühlt sind.
Leon lässt sich in das weiche Leder sinken, während Senku ihm gegenüber Platz nimmt.
Der Händler faltet die Finger auf dem Tisch ineinander, durchdringend sieht er ihn an. „Also, was führt dich schon wieder zu mir. Stimmt was mit dem neuen Sklaven nicht?“
Leon atmet angespannt aus, es ist ihm unangenehm ihre Freundschaft damit belasten zu müssen, aber mit seinem jüngst erworbenen Spielzeug stimmt tatsächlich etwas nicht. „Der Kerl war gelinde gesagt langweilig. Ich habe ihn bereits weiterverkauft.“
Senku runzelt die Stirn. „Was genau war denn das Problem?“
Bei dem Gedanken an seinen Sklaven überkommt Leon Abscheu, die sich in seiner ganzen Haltung und seinem finsteren Blick widerspiegelt. „Nach nicht mal zwei Tagen lag er mir schon zu Füßen und hat nach meinem Samen gewinselt. Ich konnte ihn schlagen, ihn hart rannehmen, er hat immer nur nach mehr gebettelt.“
Senku lehnt sich zurück, einen Arm legt er auf die Rückenlehne und mustert Leon eindringlich. „Aber ist es nicht das, wofür man sich einen Sklaven hält? Wir stecken sehr viel Energie rein, um solche guten Diener aus ihnen zu machen. Selbst die Angst vor dem Schmerz treiben wir ihnen aus. Das ist verdammt harte Arbeit.“
Leon seufzt ergeben und sieht zur Seite weg. Sein Blick wird von einer der beiden Dienstmägde eingefangen, die stocksteif neben der Bar steht und auf neue Anweisungen wartet. Sie erscheint ihm ebenso farblos und langweilig, wie sein letzter Sklave.
Doch es ist neu für ihn, dass ihn das stört. Als Jüngling war es toll so angebetet zu werden und mit seinen Sklaven tun und lassen zu können, was er wollte. Aber jetzt, mit Anfang 30, langweilt es ihn zunehmend. „Ich weiß, dass du dein Bestes tust, aber ich brauche was Neues, etwas, was sich wehren kann, jemand, der mir nur zu Füßen liegt, wenn ich ihn zu Boden trete. Ich will einen echten Saphir!“
Senku zwirbelt seinen Kinnbart, er schaut nachdenklich vor sich hin. „Wir haben ein paar Neue, die noch nicht eingeritten sind, aber die kennst du auch alle schon. Du warst ja erst vor kurzem hier.“
„Fällt dir denn keiner ein? Du kennst ihre Charaktere doch besser als ich.“
Senku verschränkt die Arme vor der Brust, hörbar atmet er aus. In seinen Augen meint Leon eine Idee aufblitzen zu sehen, doch irgendetwas in ihm arbeitet gegen diesen Gedanken.
Leon greift seinen Eindruck auf und fragt: „Du hast doch jemand Bestimmten im Kopf, oder?“
„Schon, aber ich kann es mir nicht leisten, dich als Kunden zu verlieren.“
Was für eine seltsame Aussage. Auch wenn der Sklave mal nicht passt, wird Leon immer wieder herkommen und sich einfach einen neuen aussuchen. Fragend hebt er eine Augenbraue und mustert Senku eindringlich.
Dieser beugt sich über den Tisch nach vorn. „Es ist so…“, beginnt er geheimnisvoll.
Schon sein Zögern über diesen Sklaven zu sprechen schürt Leons Neugierde. Aufmerksam hört er zu.
„Ich habe einen da, der macht mir schon lange Probleme. Ich kann ihn keinem Kunden geben, denn er tut alles um zu entkommen. Gestern hat er meinen Barkeeper getötet.“
Leons Augen weiten sich. Unwillkürlich wandert seine Aufmerksamkeit zur Bar, auch wenn dort niemand steht, glaubt er Maik dort zu sehen. Der nette Mann, mit dem er so viele lustige Gespräche geführt hat, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte, ist tot? Das kann er kaum glauben.
Senku grinst wissentlich. „Ich sage doch, der ist nicht für den Verkauf geeignet. Ehrlich, ich wäre tief betrübt von deinem Tod zu erfahren, und zuträglich für mein Geschäft wäre es auch nicht, einen Stammkunden auf diese Weise zu verlieren.“
„Wenn du ihn nicht verkaufen willst, was hast du dann mit ihm vor?“
Senku lächelt verschlagen. „Er dient mir inzwischen als Privatvergnügen. Ich hatte noch nie einen so störrischen Sklaven. Du müsstest seine Augen sehen, ein tieferes Blau habe ich noch nie zu Gesicht bekommen und sein Blick während der Züchtigung… da läuft es einem eiskalt den Rücken hinunter. Ich habe schon viel versucht, aber nichts hilft. Mittlerweile ist die Sache persönlich. Ich will diesen Moment erleben, wenn sein Wille unter mir bricht.“
Leon fühlt sich einem Seelenverwandten gegenübersitzen. Genau das ist es doch, wonach er sucht. Jemand, der noch das Feuer hat gegen ihn aufzubegehren. „Ich will ihn sehen!“, verkündet er feierlich.
„Ich werde ihn aber nicht verkaufen!“, entgegnet Senku ernst, „Sein Körper ist in keinem guten Zustand und ich bin noch mittendrin in seiner Bestrafung wegen Maik, eigentlich müsste ich ihn sogar töten und überhaupt, ist er wirklich zu gefährlich.“
Das wagt Leon doch stark zu bezweifeln. Sicher ist das wieder nur ein Trick um den Preis hochzutreiben. Doch Geld ist nun wirklich nicht sein Problem. Die Smarttex an seinem Handgelenk ist mit ausreichend Bargeld aufgeladen, und sollte das nicht reichen, ist der Vorrat auf seinem Bankkonto unerschöpflich. „Zeig ihn mir!“, verlangt er.
In Senku beginnt es zu arbeiten, er schwenkt den Kopf hin und her, schließlich erhebt er sich. „Na gut, komm mit!“ Er winkt Leon ihm zu folgen.
Sie gehen an der Bar vorbei und betreten hinter einem Vorhang die Räumlichkeiten der Sklaven. Doch anders als sonst nimmt Senku heute den Weg in den Keller.
Aber dort liegen doch die Bestrafungsräumlichkeiten. Ist der Sklave wirklich so gefährlich, dass er selbst den Ruhetag da unten verbringen muss? Noch auf dem Weg die Treppe hinab sind Schreie und Stöhnen zu hören, doch nicht vor Lust. Es ist viel durchdringender und leidvoller.
Leon ist zwischen Erregung und Mitleid hin- und hergerissen. Wenn er seine Sklaven züchtigt, dann freuen sie sich für gewöhnlich darüber und danken ihm für seine Aufmerksamkeit, aber das hier hört sich nach wirklicher Qual an.
Ein helles Licht strahlt am Ende der Treppe, ein großer Raum öffnet sich. Überall sind Geräte und Werkzeuge der Züchtigung angebracht. Zwei Holzkreuze lehnen links an der Wand. Von der Decke hängen Seile und Ketten. Auf einer Anrichte auf der rechten Seite sind Dildos und andere Spielzeuge platziert. Leon war schon oft hier unten um neue Sklaven zu testen, bevor er sie kauft. Ein wohliger Schauer ergreift von seinem Körper Besitz, wenn er an all die unaussprechlichen Dinge denkt, die er sich hier ausgedacht und ausprobiert hat.
Es knallt laute, ein langgezogener Schrei lenken seine Aufmerksamkeit in die Mitte des weiß gefliesten Raumes. In ihm ist ein Käfig eingelassen. Gut zwei Meter hoch und vier Meter in Breite und Länge. Eine Tür ist in die Mitte eingearbeitet.
In ihm steht ein nur mit einem Ledergürtel bekleideter Mann, der eine Peitsche in der Hand hält. Er schlägt zu, doch seine Gestalt versperrt Leon den Blick auf sein Opfer. Er muss die Steintreppe ganz herabgehen und den Käfig ein Stück umrunden um das Szenario einsehen zu können.
Die Arme eines jungen Mannes, den er auf kaum älter als 20 schätzt, sind mit Seilen an den Handgelenken gefesselt und weit über seinen Kopf nach oben ausgestreckt. Sie sind an einem Haken befestigt und halten ihn so weit oben, dass seine Füße keinen Halt mehr auf dem Boden finden. Bis auf sein Halsband ist er vollkommen nackt, seine Haut ist mit Blutergüssen und Striemen überzogen. Besonders sein Bauch in Höhe des Nabels trägt eine tiefe Wunde, deren Ränder sich dunkelblau verfärbt haben.
Der junge Mann schwitzt stark, seine blonden Haare kleben ihm strähnig im Gesicht. Sein Atem geht stoßweise, während er versucht mit dem Schmerz in seinem Körper klarzukommen. Ein süßlicher Geruch steigt Leon in die Nase gemischt mit dem Eisen des Blutes, das von dem jungen Körper tropft. Der Sklave ist dürr und seine Verletzungen werden ihn noch lange schwächen. Das ist nicht das, was er sich vorgestellt hat. Wenn er den kauft, wird nichts aus seinem Abend zu zweit werden.
Der Mann mit der Peitsche dreht sich nach ihnen um. Als er realisiert, wer da zu ihnen gekommen ist, hebt er sein Schlagwerkzeug. In schnellen, geschmeidigen Schwüngen schlägt er die dünne Lederschnur um den geschundenen Körper. Neue Striemen bilden sich auf der Haut, sie breiten sich weit bis über den Rücken des jungen Mannes aus.
Der Sklave windet sich in seinen Fesseln, doch kein Laut kommt über seine Lippen, sein Atem stockt.
Sicher nimmt ihm die Peitsche die Luft zum Schreien.
So schön hat Leon lange keinen Sklaven mehr tanzen gesehen. Sein Blick folgt dem Muskelspiel unter der wunden Haut und bleibt schließlich am Gesicht des jungen Mannes hängen. Senku hat nicht übertrieben, die Augen des Sklaven sind unergründlich tief und strahlen in einem leuchtenden Blau. Verbissen schaut er seinen Peiniger an, straft ihn mit einem Blick, den Leon bei noch keinem Sklaven gesehen hat. Er geht ihm durch Mark und Bein und lässt sein Herz vor Freude einen Sprung machen. Da ist es, das Feuer, nach dem er sich so sehnt. „Ich will ihn, egal was er kostet!“, sagt er mit überschwänglicher Freude in der Stimme.
Die Peitsche verstummt. Während sich der Diamant Senkus den Schweiß von der Stirn wischt, richten sich die tiefblauen Augen des jungen Mannes auf Leon. Als wenn er sein innerstes Wesen ergründen würde, schaut er ihn an. Nicht verstohlen von unten herauf und in ängstlicher Erwartung, nein, ganz bewusst und direkt. Obwohl Leon sich immer unter Kontrolle hat, es schon enorm viel Hand oder Zungenarbeit eines Sklaven bedarf ihn aus der Fassung zu bringen, bei diesen Augen spürt er, wie sich sein Glied aufrichtet.
Ja, den will Leon haben, ganz gleich was Senku dafür verlangt, und er wird gewiss nicht warten können, bis sich sein neues Spielzeug erholt hat.